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19. September 2017, Mittagszeit, Landung in Hurghada, mit dem ersten Schritt aus der Flugzeugtüre knallt uns die Hitze mit 38° Celsius wie ein Hammer ins Gesicht. Zu Hause hat es grad noch auf 1500 m ü. M. herunter geschneit. Aber was ist denn das? Der neue und moderne Flughafen mit über 30 Fingerdocks steht leer und verlassen in der glühenden Hitze, nur unsere „Edelweiss“ steht als einziges Flugzeug weit und breit draussen auf dem riesigen Areal. Haben sie Ägypten geschlossen? Egal – wir werden unsere Surfferien auf jeden Fall geniessen.

Transfer zum Hotel – schwitz – schwitz. Hoffentlich verliert der alte und klapprige Kleinbus nicht unsere, behelfsmässig aufs Dach gezurrte, Koffer! Erster Eindruck: heiss, staubig, knochentrocken, alles braun-beige und nichts als Sand, Sand, Sand.

Eintritt ins Hotel: eine riesige kathedralartige Halle mit Lobby, Bar, gläsernen Liften und einer bunten Glaskuppel empfängt uns mit angenehm herunter gekühlter Temperatur. Wir recken die Köpfe in alle Richtungen und staunen. Nettes einheimisches Personal liest uns an der Rezeption die ersten Wünsche von den Augen ab und spricht zu unserer Überraschung ziemlich perfekt deutsch.

Nach dem Zimmerbezug und erster Frequentierung der Poolbar zieht uns die Neugier bald zur Surfstation zu einem kurzen Augenschein. Bei Windstille und kurz vor Abendschliessung der Station ist nicht mehr viel los; wir checken dann wie vorgesehen morgen ein.

Abendessen am angenehm wenig bevölkerten Buffet, Schlummertrunk und ab ins Zimmer. Aber was hängt denn da an der Zimmerdecke? Ein Gecko ist’s. Shit - denk ich mir - wie bring ich den wieder raus. Hoffentlich springt er mir im Schlaf nicht übers Gesicht oder in den offenen Mund. Eine erste Annäherung zeigt mir schnell: keine Fangchance! Ich beruhige mich mit dem Gedanken: Gecko im Zimmer, dafür sicher keine Mücken, Fliegen und andere Fluginsekten – eigentlich sehr vorteilhaft!

Checkin an der Surfstation: eine Welle von Freundlichkeit, Herzlichkeit, Kameradschaft, Lebensfreude und Gutgelauntheit schwappt uns entgegen. Wir fühlen uns sofort pudelwohl. Die Wetterstation zeigt 15 bis 20 Knoten – schnell raus aufs Wasser. Überaus gut gelaunte und humorvolle Boys tragen uns die ausgewählten Segel ans Wasser. Über die Lagune geht’s zur Sandbank und dann raus aufs Meer bis zum Riff. Diese Farben!! Alle Töne von blau und türkis und dieses beige im Hintergrund – läck ist das schön!! Und diese wohlige Wärme des Wassers knapp unter 30°. Hier lässt’s sich genussvoll ansurfen!

Die Surfstation ist eigentlich eher eine Kitestation. Auf einen Surfer kommen 4 bis 5 Kiter, wobei bei denen die Frauen in der Überzahl sind. Vorteil für uns, denn wir haben in der grossen und bestens ausgestatteten Segel- und Bretterhalle wenig Konkurrenz bei der Materialwahl. Die Infrastruktur der Station lässt nichts zu wünschen übrig: Duschen, Umkleidekabinen, Toiletten, Schatten-Lounges, Bar, Lagerräume für das eigene Material etc. Ein Fotograf macht täglich 1000 bis 2000 Bilder. Nach der Surfsession lege ich mir am Stationskomputer einen persönlichen Ordner an und so kopieren Manfred und ich von nun an täglich die Bilder von uns hinein. Endlich haben wir einmal tolle Surfbilder von uns.

Ab dem dritten Surftag geht die Lufttemperatur auf moderate 32° zurück. Der Wind frischt auf, der Windmesser zeigt jetzt immer über 20 Knoten an und schlägt öfters bis zu 36 Knoten aus. Wir fahren nur noch 4-Komma Segel. Auch Manfred – immerhin zur Ü80kg-Fraktion gehörend – hat mit einem neuen 4,6m2-Segel sein Lieblingsgerät gefunden, flippt vor Freude fast aus und fliegt nur so übers Wasser. In Ermangelung noch kleinerer Bretter geniesse ich mein 85 Liter Freestyle-Wave und Segelgrössen von 4,2 bis 4,8. Und das Beste: es bleibt die nächsten 9 Tage genauso.

Langsam brennen die Hände, der Schultergürtel schmerzt. Die ersten kleineren und grösseren Blessuren vor allem an Schienbeinen und Ellbogen treten auf. Da und dort kommt Bepanthen und Voltaren zum Einsatz. Wir machen viele neue Bekanntschaften und knüpfen Freundschaften mit Gleichgesinnten vor allem aus der Schweiz, Österreich und Deutschland. Wir erfahren: auch die 30jährigen müssen auf Schmerzmittel zurückgreifen, was uns irgendwie beruhigt.

Bis zum letzten Tag haben wir traumhafte Windverhältnisse; Ausbeute 100%! Wir lernen viele lebensfrohe Menschen kennen. Ägypter, die nur so vor Herzlichkeit strahlen und uns wie altbekannte Freunde behandeln. Und dies nicht nur an der Surfstation, sondern auch in der traumhaften Hotelanlage mit 2300 Palmen, 70‘000m2 Gartenanlage und einem 1,3 km langen hoteleigenen Sandstrand.

Und übrigens: den Gecko in meinem Zimmer habe ich nach der ersten Nacht nie mehr gesehen – eigentlich schade.

René Steiner

 

Mehr Bilder findet ihr in der Fotogalerie

Hier die Webcam von der Surfstation

 

 

 

 

 


Parkplatzregelung für Clubgelände

 

Bitte beachtet, dass nur noch auf den gebührenpflichtigen Parkplätzen oberhalb der Bahnlinie geparkt werden darf. Der Parkplatz der „Braui" darf nur zum ab- und aufladen benutzt werden. Kein Dauerparkieren!